Die Ölverschmutzung an den Stränden von Walcheren hat offenbar auch erste Folgen für die Tierwelt. Am Strand von Westkapelle wurde ein toter Basstölpel gefunden, dessen Körper vollständig mit dicker Stookolie bedeckt war.
Nach Angaben der Stichting Dierenwelzijn Zeeland handelt es sich um das erste sichtbare Tieropfer der aktuellen Ölverschmutzung, das der Organisation bekannt geworden ist.
Damit gibt es eine wesentliche neue Entwicklung zu den Ölresten, die seit einigen Tagen an verschiedenen Stränden von Walcheren und inzwischen auch in anderen Teilen Zeelands gefunden werden.
Basstölpel lag vollständig in Stookolie
Mitarbeiter des Strandteams entdeckten den Vogel bei einer Kontrollrunde am Strand von Westkapelle.
Der Basstölpel lag nach Angaben der Tierschutzorganisation vollständig in einem Klumpen dicker Stookolie. Das Tier war bereits verendet.
Nach dem Fund wurde Kontakt mit der Vogel- und Säugetierauffangstation De Mikke aufgenommen.
Die Auffangstation ist darauf vorbereitet, weitere betroffene Tiere aufzunehmen, falls in den kommenden Tagen zusätzliche ölverschmutzte Vögel oder andere Tiere gefunden werden.
Ölverschmutzung entlang der Küste
Die ersten Meldungen über angeschwemmtes Öl kamen am vergangenen Wochenende aus Westkapelle. Anschließend wurden Rückstände an weiteren Strandabschnitten entlang der Küste von Walcheren entdeckt.
Teilweise handelt es sich um schwere Stookolie, die insbesondere zwischen angeschwemmtem Seegras liegt.
Inzwischen wurden Ölreste auch außerhalb Walcherens festgestellt. Die Behörden kontrollieren deshalb weitere Strandabschnitte entlang der Zeeuwse Küste.
Die Herkunft der Verschmutzung ist weiterhin nicht geklärt.
Strandbesucher sollen weiterhin vorsichtig sein
Für Urlauber in Zoutelande, Westkapelle und den anderen Küstenorten bleibt die bereits ausgesprochene Warnung bestehen.
Sichtbare Ölreste sollten keinesfalls angefasst werden. Auch Kinder und Hunde sollten von verschmutztem Seegras und anderen ölhaltigen Rückständen ferngehalten werden.
An Stellen, an denen Öl im Wasser oder unmittelbar am Strand sichtbar ist, wird vom Baden abgeraten.
Da Wind, Strömung und Gezeiten die Verschmutzung verlagern können, kann sich die Situation an einzelnen Strandabschnitten kurzfristig verändern.
Auffangstation bereitet sich auf weitere Tiere vor
Der Fund des Basstölpels zeigt erstmals sichtbar, welche Folgen die Verschmutzung für Seevögel haben kann.
Gerade Vögel, die auf dem Meer nach Nahrung suchen oder auf der Wasseroberfläche landen, können mit schwimmenden Ölresten in Kontakt kommen.
Die Vogel- und Säugetierauffangstation De Mikke steht deshalb bereit, falls weitere betroffene Tiere gefunden werden.
Für Strandbesucher gilt: Verölte oder offensichtlich geschwächte Tiere sollten nicht eigenständig eingefangen oder gereinigt werden. Stattdessen sollte professionelle Hilfe eingeschaltet werden.
Wie groß die Auswirkungen der aktuellen Verschmutzung auf die Tierwelt tatsächlich sind, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.
